Pilgersteine
Sehenswürdigkeit

Pilgersteine

Der Wind streicht über den Kamm, das Licht tanzt auf rauem Gestein: Vor einem stehen drei monumentale Blöcke aus Granitporphyr, bis zu 25 Meter hoch, auf 1204 Metern im östlichen Schlesischen Kamm der Karkonoszen. Eingebettet im Karkonoski Park Narodowy wirken die Pilgersteine wie erstarrte Wellen, von Spalten, Kanten und Rundungen gezeichnet. Je nach Wetter kippen die Farben vom kühlen Grau ins warme Ocker, Schatten wandern über die Flanken – kein Wunder, dass diese Gruppe als eine der fotogensten der Kette gilt.

Wer hier verweilt, umrundet die Felsen auf den markierten Wegen, liest in der Textur der Körner und hört dem leisen Rauschen des Waldes zu. Im Morgen- oder Spätlicht gewinnen die Formen an Tiefe; an Wintertagen legt sich Reif an die Kanten, im Sommer flirrt die Luft. Zwischen den Blöcken öffnen sich, je nach Sicht, Blicke über den Kamm und in die Täler – ein stilles Schauspiel, das sich am besten mit Geduld und einem wachen Auge genießen lässt.

Als Kontrapunkt zur weicheren Silhouette des Isergebirges rund um Świeradów-Zdrój zeigen die Pilgersteine die herbere Seite des Sudetenvorlands. Beides zusammen – die ruhige Kurstadt und die rauen Granitformen – erzählt von Wind, Wasser und Zeit: eine Landschaft, die nicht laut werden muss, um im Gedächtnis zu bleiben.

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