Schneekoppe
Der Wind pfeift, das Licht ist scharf, und der steinige Pfad klirrt unter den Stiefeln: Auf der Schneekoppe, 1603 Meter hoch, trifft man Himmel und Horizont beinahe auf Augenhöhe. Als höchste Erhebung der Sudeten markiert sie die Grenze zwischen Polen und Tschechien und ragt über den Karkonoski Park Narodowy und das tschechische KRNAP. An klaren Tagen öffnet sich der Blick weit über die Kämme, in die schlesische Ebene und nach Böhmen; an Wettertagen rollen Wolken wie ein Meer an die Flanken.
Wer von Karpacz (Krummhübel) aufbricht, kann per Sessellift an Höhe gewinnen oder auf markierten Wegen hinaufwandern; der Schlussanstieg ist karg, windschnittig, oft überraschend kühl. Sonnenaufgang und spätes Licht tauchen das Blockmeer in warme Töne, im Winter herrscht rauer Zug und vereiste Passagen fordern Trittsicherheit. Man bleibt auf dem Weg, respektiert die sensible Vegetation und die Grenzlinie. Für Reisende aus Świeradów-Zdrój im Isergebirge ist die Schneekoppe ein naheliegender Gegenpol: ein klarer Gipfelmoment als Kontrast zum stillen Kurort und den welligen Iserhängen.