Schreiberhau
Morgendunst hängt über den Hängen, Wasser tost aus Felsrinnen, und das Licht bricht klar wie Glas – passend für eine Bergstadt, die einst vom Ofenfeuer der Glasmacher lebte. Schreiberhau (Szklarska Poręba) liegt am Fuß des Riesengebirges und zeigt viele Gesichter je nach Jahreszeit: Im Winter summen Lifte und die SkiArena lockt auf die Hänge; wenn der Schnee schmilzt, führt der Weg zum Kamieńczyk-Wasserfall, dessen Gischt sich fein in den Wald legt. Von hier führt auch der Weg hinüber zur Schreiberhauer Wiese, eine weite, stille Hochfläche.
Wer hier unterwegs ist, macht das am besten im milden Morgen oder im langen Abendlicht: Auf wurzeligen Pfaden entdeckt man Granitblöcke, Heidelbeerbüsche und weite Blicke, im Winter das Knirschen kalten Schnees unter den Schuhen. Man wechselt mühelos zwischen lebendigem Kurort und stillen Wegen, nimmt sich Zeit am Wasserfall oder dreht eine Runde über die offenen Wiesen. Von Świeradów-Zdrój aus ist Schreiberhau ein naheliegender Abstecher – ein Gegenüber jenseits der Izera-Höhen, das die Landschaftserzählung der Berge fortsetzt: klare Luft, gesundes Tempo, viel Raum zum Durchatmen.